Orientierungssystem / Leitsystem - Deutsche Bahn S-Bahn Station Offenbach Marktplatz

Orten ein Gesicht geben

Orientierungssysteme für die Deutsche Bahn

Am Ende einer jeden S-Bahnfahrt erwartet uns das hektische Treiben des Bahnsteigs beim Ausstieg: Sofort muss man sich orientieren und entscheiden, wie man den Weg fortsetzt – ob links, ob rechts am Gleis. Eine unzureichende Beschilderung fällt dann unschön durch Abwesenheit auf. Damit ist an drei Stationen in Offenbach Schluss. Ergänzend zum bestehenden DB-System haben wir dort Orientierungssysteme integriert, die eine schnelle Orientierung ermöglichen und denen zuvor schwer voneinander unterscheidbaren Stationen ein jeweils eigenes Gesicht geben. Wir haben in engen zeitlichen, budgetären und sicherheitsrelevanten Vorgaben grafisch spannende Beschilderungssysteme entwickelt. Diese halten Vandalismus stand und steigern die Aufenthaltsqualität der Nutzer.

Analyse

Den Status Quo abwägen mit dem, was Nutzer wünschen

Die neuen Orientierungssysteme sind Teil der Initiative „Zukunftsbahnhöfe“ der Deutschen Bahn. In diesem Rahmen hat das Team der Bahn im Vorfeld die Örtlichkeiten analysiert, Umfragen mit Nutzern durchgeführt und Optimierungspotentiale definiert. Freundlicher und einladender sollten die Stationen, das Wohlfühlpotential gesteigert werden und man sollte sich besser zurechtfinden können. Ergebnisse waren umfangreiche Reinigungs- und Instandsetzungsmaßnahmen, eine zeitgemäße und bequeme Möblierung am Gleis sowie ein zusätzliches, intuitives Wegeleitsystem. Wer ärgert sich nicht, wenn man sich mit dem Ausgang getäuscht hat, vor allem bei langen Stationen.

Architektur

Ein System schaffen, das mit und aus der Umgebung gestaltet ist

Eine ergänzende Beschilderung fügt sich bestenfalls in die Bestandsarchitektur. In unseren drei Fällen greift sie deren Elemente auf und interpretiert diese unterschiedlich: mal steht das Raster als fröhlich farbiges Spiel von Quadraten im Fokus, mal werden die runden Formen der Beleuchtung in den Schildern fortgesetzt. Die Materialwahl und auch die Art der Anbringung, z. B. an den Traversen sind so gewählt, dass alle Elemente ein harmonisches, architektonisches Gesamtgefüge bilden.

Von Marktplatz bis Kaiserlei – mit Halt gebender Gestaltung lernt man Offenbach verstehen und lieb gewinnen.

Matthias Neuer, Art Directror

Materialität

Die besonderen Herausforderungen des öffentlichen Raums berücksichtigen

Schön, funktionell, kosten-nutzen-ausgeglichen und langlebig sollen die Beschilderungen sein. Vor allem müssen sie den Brandschutzbestimmungen entsprechen und nicht zu Vandalismus einladen bzw. eventuellen Versuchen standhalten. Das ist eine wahre Herausforderung an den Standorten gewesen. Mit der Wahl von direkten Folierungen bzw. rückseitig verklebten, folienkaschierten und laminierten Aluplatten als Hauptträger haben wir diesen Anforderungen Rechnung getragen. An der Station „Kaiserlei“ sowie „Ledermuseum“ sind diese durch besondere farbige Spiegel-Alu-Platten ergänzt. Diese haben die Zeit – vielleicht aufgrund ihrer Besonderheit – immer noch ohne Graffiti überstanden.

Storytelling

Die Geschichten des Ortes erzählen und seine Identität widerspiegeln 

Eine Beschilderung erfüllt aber nicht nur den Zweck zur Orientierung, sondern prägt durch die Gestaltung auch die jeweilige Identität des Orts. Dadurch erleben die Nutzer des Ortes diesen komplett neu. Sie identifizieren sich damit und lernen mitunter Bekanntes neu entdecken. Kulturelle und sprachliche Vielfalt der Offenbacher verbinden an Marktplatz, am Ledermuseum erfahren die Nutzer Interessantes über besondere Exponate – schon an der Haltestelle. Interaktionsmöglichkeiten schaffen eine besondere Verbindung, wie am Ledermuseum oder Kaiserlei, dort sogar mit Augmented Reality.

Umsetzung

Immer wieder experimentell Grenzen ausloten

Ein Rat an alle Gestaltungswilligen: Gutes Design entsteht im Machen, durch Experimente mit unbekanntem Ausgang. Im digitalen Zeitalter passiert das oft nur am Computer. Handelt es sich aber um ein analoges Endprodukt, sind auch die Versuche zwingend analog. Für die Beschilderung haben wir eine Vielzahl von Tests gemacht: Farbtests, Strukturtests, Größentests, Schrifttests, Tests der Lesbarkeit, Materialtests, Tests verschiedener Folierungen mit Schutzlaminierungen, bedruckte spiegelnde Folien, verschiedene Lacke und Lackfarben. Die Kontrolle und den Test vor Ort aber nicht vergessen! Unsere Kunden und wir lieben diese Momente mit schönen Überraschungen. Noch mehr Insights? Unseren Designprozess verraten wir hier.

Weitere Cases
Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen AKH Corporate Design Logo Design Brand Design
Logo Design - varisano